Ergebnisse des Qualitätsberichts der Qualitätsanalyse

 In der Zeit vom 09.11.2015 bis zum 12.11.2015 fand der Besuch der Qualitätsanalyse statt.

Die Qualitätsanalyse ist ein Verfahren der externen Evaluation. Sie dient zur Analyse von Stärken und Handlungsfeldern und gibt Impulse für die Weiterentwicklung der Schule und des Unterrichts. Ein Schwerpunkt der Analyse war das Handlungsfeld „Lernen und Lehren/Unterricht“.

Gesamtbilanz im Hinblick auf die verpflichtenden und die vereinbarten ergänzenden Prüfkriterien:

Dem Hardtberg-Gymnasium gelingt es hervorragend:
  • - ein beispielhaftes Lern- und Arbeitsklima zu erzeugen,

  • - den Schülerinnen und Schülern ein vielfältiges Bildungsangebot zur Entfaltung der individuellen Begabungen zur Verfügung zu stellen,

  • - das große Engagement aller Beteiligten für die gemeinsame Schulentwicklung zu nutzen.

Die Qualitätsanalyse macht weitere Ausführungen zu den Angeboten der Schule:

„Mit dem deutsch-französischen bilingualen Bildungsgang, besonderen sprachlichen Angeboten und naturwissenschaftlichen Profilen, einem attraktiven Angebot im Wahlpflichtbereich, in Projektkursen und bei den Arbeitsgemeinschaften gelingt es der Schule beispielhaft besondere Begabungen der Schülerinnen und Schüler anzusprechen“.

Das Hardtberg-Gymnasium legt großen Wert auf die Pflege einer lebendigen und wertschätzenden Schulgemeinschaft. Die Schule wird als Lebensraum gesehen, wo viele ergänzende schulische Angebote bereitgestellt werden. Alle beteiligten Gruppen bringen sich in die schulische Arbeit engagiert und kompetent ein. Besonders gelobt wurde der offene, respektvolle und freundliche Umgang miteinander.

Für die Zukunft wird der Fokus noch mehr auf den Bereich der Unterrichtsentwicklung gelegt.

Das Hardtberg-Gymnasium sollte mit Blick auf seine Schülerinnen und Schüler den Unterricht weiterentwickeln durch

  • - konkrete Vereinbarungen zur methodisch-didaktischen Gestaltung,

  • - konsequente Stärkung des selbstständiges Lernens und individueller Lernwege im Regelunterricht,

  • - Vergewisserung über die Umsetzung vereinbarter Maßnahmen

Handlungsbedarf sieht die Qualitätsanalyse besonders im Bereich des selbstgesteuerten Lernens und der Binnendifferenzierung im Unterricht. Aufgabenstellungen sollten Pflicht- und Wahlaufgaben enthalten. Für leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler könnte eine stärkere Differenzierung nach Umfang, Zeit und Niveau erfolgen. Geeignete herausfordernde Angebote müssen im Unterricht systematisch verankert werden. Die Lernumgebung wird strukturierter und anregender gestaltet.

Empfehlungen der Qualitätsanalyse:

  • - Strukturierte verbindliche Teamarbeit (kollegiale Hospitationen)

  • - Schulinterne Evaluationen

  • - Wirksame Fortbildungsmaßnahmen

  • - Fortsetzung der curricularen Arbeit mit fächerübergreifenden Absprachen

Im Juni 2016 wurden mit der Schulaufsicht nach dem Besuch der Qualitätsanalyse drei Zielvereinbarungen getroffen:

  1. Förderung individueller Lernwege

Fachinterne Absprachen und Umsetzung konkreter Schritte zu Maßnahmen der Binnendifferenzierung im Unterricht sowie Verankerung im schulinternen Curriculum, Orientierung an Unterrichtsthemen, die in der Regel eine Binnendifferenzierung erforderlich machen.

Es erfolgt eine schriftliche Dokumentation der Absprachen der Fachkonferenzen mit Verankerung in den Lehrplänen und Umsetzung im Unterricht, Angabe des Materials, Beobachtungen über den Einsatz binnendifferenzierender Maßnahmen bei Hospitationen der Schulleitung und der Lehrkräfte untereinander. Pädagogische Studientage und ggf. auch einzeln Nachmittage werden für die Erarbeitung binnendifferenzierender Materialien genutzt.

Viele Fachkonferenzen haben inzwischen schon Vorschläge zur besseren Implementation der Individuellen Förderung und für eine effektive Arbeit in den Fachschaften gemacht.

  1. Stärkung des selbstgesteuerten Lernens

Zielvereinbarung: Teilnahme von Lehrkräften an Fortbildungsveranstaltungen zum WELL-Konzept nach Diethelm Wahl

Vor einigen Jahren haben wir mehrere Seminare mit Herrn Dr. Biermann zum Konzept des „Wechselseitigen Lehrens- und Lernens“ nach Diethelm Wahl durchgeführt. Ein Teil des Kollegiums hat bereits an der Fortbildungsmaßnahme des Regionalen Bildungsbüros in Bonn zum Kooperativen Lernen nach Norm Green teilgenommen.

Unter „Wechselseitigem Lehren und Lernen“ (WELL) sind kooperative Lernformen zu verstehen, bei denen die Lernenden für einen umschriebenen Teil der Inhalte zu Expertinnen und Experten werden und sich diese anschließend wechselseitig vermitteln (Huber). Entscheidend ist dabei eine Gleichberechtigung der Rollen in den Lernphasen:

  1. In einer Aneignungsphase wird das Expertenwissen erworben. Alle Lernenden ohne jede Ausnahme eignen sich einen Teil der Inhalte an. Es gibt so viele Expertinnen und Experten, wie es Lernende gibt.

  2. In einer Vermittlungsphase werden die Inhalte wechselseitig vermittelt. Dabei werden im Wechsel die jeweils komplementären Rollen von Experte und Novize bzw. Novize und Experte eingenommen.

  3. In einer Verarbeitungsphase wird die subjektive Auseinandersetzung mit den angeeigneten und vermittelnden Inhalten noch einmal besonders akzentuiert, um nachhaltige Effekte zu erreichen.

Herr OStD Fischer vom Gymnasium in Viersen führt mit einem Team zur Implementation von WELL im Schuljahr 2016/2017 Seminare am Hardtberg-Gymnasium durch, vor allen Dingen an den pädagogischen Studientagen. Die Auftaktveranstaltung erfolgte am Montag, dem 26.09.2016.

  1. Förderung einer strukturierten verbindlichen Teamarbeit durch gegenseitige kollegiale Hospitationen im Unterricht

Die multiprofesssionelleTeamentwicklung spielt eine tragende Rolle bei der Unterrichtsentwicklung (UE)

Die Professionellen Lerngemeinschaften (PLG) gelten nach Forschungsanalysen als eine der wichtigsten Motoren für eine erfolgreiche Personal- und Unterrichtsentwicklung. Besonders effektiv ist die Zusammenarbeit in Fachteams und auf der Ebene der Klassen- und Jahrgangsteams, die dieselben Schüler/innen unterrichten, damit auch für die Zukunft möglichst gleich gute Lernvoraussetzungen vorliegen.

Die Fachkonferenzen tragen Verantwortung für die schulinterne Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung nach § 70 SchulG. Sie beraten über Ziele, Arbeitspläne, Evaluationsmaßnahmen und -ergebnisse und Rechenschaftslegung.

Nach §4, Absatz 4 entscheidet die Fachkonferenz in ihrem Fach über 1. Grundsätze zur fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit, 2. Grundsätze zur Leistungsbewertung und 3. Vorschläge an die Lehrerkonferenz zur Einführung von Lehrmitteln.

Im Fokus der Fachschaftsarbeit steht am Hardtberg-Gymnasium die Unterrichtsentwicklung.

Dabei geht es um

  • - gemeinsame Unterrichtsplanung,

  • - Entwicklung schulinterner Curricula,

  • - Ent­wicklung und Austausch von Arbeitsmitteln, u. a. zur Binnendif­fe­ren­zie­rung,

  • - Absprachen zum fächerübergreifenden und fächerverbindenden Arbeiten,

  • - Entwicklung von Maßnahmen zur Sprachförderung,

  • - konkrete Absprachen in Fachbereichen, z.B. MINT-Bereich,

  • - Vorbereitung einer effektiven Lernumgebung,

  • - Absprachen zu Leistungserwartungen und Vergleich von Ergebnissen,

  • - Auswertung von zentralen Prüfungen,

  • - Überprüfung und Sicherung von Standards,

  • - Fortbildungsplanung,

  • - Erfahrungsaustausch mit Lehrkräften anderer Schulen,

  • - kollegiale Hospitationen,

  • - fachbezogene kollegiale Beratung.

Für die Arbeit der Fachkonferenzen stehen die Pädagogischen Tage zur Verfügung, ansonsten könn­en diesbezügliche Dienstbesprechungen, Tagungen oder fachbezogene Fortbil­dung­en auch an anderen Nachmittagen stattfinden.

Nach der dritten Zielvereinbarung erfolgen im kommenden Schuljahr gegenseitige Hospitationen im Unterricht. Dafür stellt die Schulleitung Zeit für die Durchführung und Nachbesprechung, zur Verfügung, bei Bedarf erfolgt auch eine Vertretungsregelung.

Am Anfang jeder kollegialen Hospitation steht die Verständigung über Beob­ach­tungs­schwerpunkte und Beobachtungsformen. Dazu wurde am Hardtberg-Gymnasium bereits ein Beobachtungsbogen entwickelt.

In der Regel sind die Lehrkräfte auf die Selbstwahrnehmung und Selbstanalyse ihres Unterrichts angewiesen. Bei der Hospitation kommt die Fremdwahrnehmung dazu. Durch den Blick von außen erhält man Informationen, die man sonst nicht wahrnimmt. Vorteile:

  • - systematische Rückmeldung über die Effektivität des Unterrichts

  • - Erkennen von Stärken und Schwächen

  • - Bewusstmachung eigener subjektiver Theorien und Bilder des Unterrichts

  • - Verständigung über ein gemeinsames Bild von Unterricht im Team / Kol­­legium

  • - kollegialer Austausch und „Öffnung der Klassenzimmer“