Hausaufgabenkonzept am Hardtberg-Gymnasium für die Sekundarstufe II

Grundsätzliches

Am Hardtberg-Gymnasium gehören Hausaufgaben grundsätzlich zur schulischen Bildung. Sie dienen dazu, das im Unterricht Gelernte zu vertiefen und zu festigen. Außerdem stellen sie einen wichtigen Berührungspunkt zwischen Schule und Elternhaus her. Gute Voraussetzungen sind eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus auch im Hinblick auf eine Abstimmung für gemeinsame Erziehungsziele.

So haben wir in unserer Schulvereinbarung festgehalten, dass die Eltern sich verpflichten, ihre Kinder zur sorgfältigen Erledigung der Hausaufgaben anzuhalten. Auch die Schülerinnen und Schüler verpflichten sich, aktiv und kreativ im Unterricht mitzuarbeiten und die Hausaufgaben gewissenhaft zu erledigen.

Hausaufgaben gehören auch zum Beurteilungsbereich „Sonstige Mitarbeit“, sollen nicht punktuell bewertet werden sondern eher als Gesamteindruck mit in die Bewertung einfließen. Das Hausaufgabenkonzept, welches die Schulkonferenz verabschiedet, trifft Rahmenvereinbarungen über den Umfang und die Verteilung von Hausaufgaben nach § 65 SchulG. Insbesondere sollen die Hausaufgaben in Zukunft die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler stärker berücksichtigen und die Leistungsfähigkeit aber auch Belastbarkeit miteinbeziehen.

In der gymnasialen Oberstufe belegen die Schülerinnen und Schüler mindestens 34 Wochenstunden, was unvermeidlich zu Nachmittagsunterricht führt. Im Fachbereich Sport liegen die Unterrichtsstunden aufgrund begrenzter Hallenkapazitäten auch am späten Nachmittag. Fast alle Schülerinnen und Schüler haben in der Woche mehrere Freistunden, die auch für die Anfertigung von Hausaufgaben genutzt werden können.

Für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe steht am Vor- und Nachmittag ein Selbstlernzentrum mit Bibliothek und Computerarbeitsplätzen zur Verfügung. Außerdem gibt es auch eine Leseecke. Im Schulgebäude sind in vielen Bereichen andere Arbeitsplätze eingerichtet. Auch der Oberstufenaufenthaltsraum bietet Möglichkeiten für selbstständiges und individuelles Arbeiten.

Rechtliche Grundlage

RdErl. d. MSW vom 05.05.2015 (BASS 12 – 63 Nr. 3 neu) und SchulG § 42 des Landes NRW.

Zielsetzung von Hausaufgaben

  • Festigung und Vertiefung des im Unterricht erworbenen Sachwissens
  • Übung zentraler Kompetenzen und Strategien, u.a. auch zur Sprachförderung
  • Selbstständige Auseinandersetzung mit Sachverhalten zur Ausbildung von Sach-, Methoden-, Handlungs- und Urteilskompetenz
  • Training von Selbstständigkeit auch im Umgang mit Arbeitstechniken
  • Systematisches Üben von fachspezifischen Methoden, z.B. Auswertung von Diagrammen und Tabelleninhalten, Erstellen von Versuchsprotokollen mit der Auswertung von Experimenten, Üben von Umformungstechniken, Anwendung von Werkanalyseverfahren mit entsprechenden Skizzen oder Übungen im gestalterischen Bereich
  • Erwerb von Organisationsvermögen
  • Vorbereitung auf Klausuren und die Abiturprüfungen
  • Diagnose des Leistungsvermögens
  • Unterstützung der individuellen Förderung

Anforderungen an Hausaufgaben

  • Ein Bezug zum im Unterricht erarbeiteten Unterrichtsstoff muss vorhanden sein.
  • Der Sinn und Zweck der Hausaufgaben muss für die Schülerinnen und Schüler erkennbar sein.
  • Die Hausaufgaben sollten eindeutig und klar formuliert sein.
  • Die Hausaufgaben müssen ohne fremde Hilfe bearbeitet werden können.
  • Die Hausaufgaben müssen in ihrem Schwierigkeitsgrad und Umfang die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen.
  • Der Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler sollte beachtet werden.
  • Der zeitliche Umfang soll die Rahmenvorgaben (§ 15, APO-GOSt) berücksichtigen.
  • Hausaufgaben dienen nicht der Disziplinierung von Schülerinnen und Schülern.

Absprachen zum Umfang

  • Die Gesamtbelastung wird berücksichtigt.
  • Mögliche Integration von Hausaufgaben in Vertiefungskursen
  • Auch im Regelunterricht müssen die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit bekommen, Inhalte zu wiederholen und Übungen durchzuführen.
  • Differenzierung nach Leistungsfähigkeit: Hausaufgaben, die binnendifferenzierend sind, bieten eine gute Möglichkeit zur individuellen Förderung, Entwicklung einer differenzierenden (Haus-) Aufgaben- und Fehlerkultur
  • Umfangreiche Aufgaben z.B. Referate, Lernportfolios und Projektpräsentationen zur selbstständigen Erarbeitung und Dokumentation sollen terminlich abgestimmt und längerfristig geplant werden
  • Bei Projektunterricht dürfen die Hausaufgaben in einem gewissen Zeitraum zeitlich etwas mehr Raum einnehmen.

Optimierung des Zeitmanagements

  • Vergleich der Zeitangaben von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern
  • Absprachen zu Art und Umfang in den Fachkonferenzen
  • Angemessener Zeitrahmen während der Klausurphasen
  • Keine genaue Festlegung des Wochenstundenumfangs von Hausaufgaben, da dieser wegen der unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler variieren kann und individuelle Lernzeiten nicht ermöglicht werden. Außerdem variieren die Unterrichtsinhalte von Woche zu Woche, allerdings sollte der Gesamtumfang wegen der hohen Stundenverpflichtungen in der Oberstufe am Tag nicht zu hoch sein.
  • Bei der Durchführung von Projekten dürfen die Hausaufgaben zeitlich einen größeren Raum einnehmen.
  • Berücksichtigung von individualisierten Stundenplänen
  • Doppelstundenangebot
  • Dokumentation individueller Lernstände und -entwicklungen, z.B. können Portfolios für Rückmeldungen und Lernentwicklungsgespräche genutzt werden

Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler

  • Die Hausaufgaben werden schriftlich notiert
  • Bei unklarer Aufgabenstellung stellen die Schülerinnen und Schüler Nachfragen.
  • Die Hausaufgaben werden regelmäßig und sorgfältig erledigt.
  • Praktische Übungen werden in einzelnen Fachbereichen sorgfältig durchgeführt
  • Die Hausaufgaben werden im Unterricht kontrolliert.
  • Probleme und Fragen werden im Unterricht besprochen.
  • Nicht erbrachte Hausaufgaben werden nachgeholt.

Unterstützende Maßnahmen durch die Lehrkräfte

  • Zu Beginn des Schuljahres werden die Erwartungen an Hausaufgaben und allgemeine Grundsätze besprochen.
  • Nicht in jeder Unterrichtsstunde müssen Hausaufgaben aufgegeben werden.
  • Die Hausaufgaben werden rechtzeitig vor dem Stundenende angekündigt.
  • Die Formulierungen sind klar und transparent und erfolgen in der Regel schriftlich.
  • Es erfolgt regelmäßig eine Kontrolle der Hausaufgaben, u.a. auch durch Beispiellösungen, Partnerarbeit usw.
  • Den Schülerinnen und Schülern wird Gelegenheit zur Klärung von Fragen gegeben.
  • Es wird eine Evaluation zur Hausaufgabenbelastung durchgeführt.
  • Hausaufgaben sind ein Teil der „Sonstigen Mitarbeit“ und gehen in die Beurteilung für die „Sonstige Mitarbeit“ ein.

Unterstützung durch Eltern

  • Schaffen guter Rahmenbedingungen für eine gute Lernumgebung mit einem ruhigen Arbeitsplatz
  • Eltern zeigen Interesse für die Hausaufgaben und den Lernfortschritt.
  • Eltern helfen bei Fragen, bearbeiten aber die Hausaufgaben nicht.
  • Eltern geben Rückmeldung an die Lehrkräfte bei einer Über- oder Unterforderung.
  • Die Elternsprechstunden werden genutzt.

Entlastung durch schulorganisatorische Maßnahmen

  • Die Einrichtung von Doppelstunden schaffen Zeiträume zur Sicherung des Gelernten durch Übung, Vertiefung und Wiederholung.
  • Es werden verstärkt kooperative Lernformen und WELL-Methoden durchgeführt.
  • Schülerinnen und Schüler führen ggf. Lerntagebücher zur Reflexion des Lernens auch bei der Anfertigung von Hausaufgaben.
  • Im nächsten Schuljahr kann ein Schulplaner als Unterstützung eingesetzt werden
  • Im Unterricht werden das selbstständige Arbeiten und die Förderung von Lernstrategien gefördert.
  • Vorbereitete Lernumgebungen bieten Hilfestellungen an.
  • Hausaufgaben können auch teilweise in den Unterricht integriert werden.
  • Vertiefungskurse werden auch für das Anfertigen oder für eine Besprechung von Hausaufgaben genutzt.
  • Im Selbstlernzentrum können auch Hausaufgaben angefertigt werden.
  • Auch die Lernbüros stehen für die Anfertigung von Hausaufgaben in der Sekundarstufe zur Verfügung
  • Nutzung anderer Systeme wie „Schüler helfen Schülern“
  • Einsatz von Reflexionsbögen auf freiwilliger Basis

Absprachen der Fachkonferenzen über Hausaufgaben

  • Unverzichtbare Hausaufgaben: Vokabeln lernen, Lektüre lesen, Festigung von grammatikalischen Strukturen, Erschließen und Analyse von Texten, Erörterung von Problemen
  • Wiederholung von Unterrichtsinhalten im Unterricht
  • Anfertigung von Stundenprotokollen
  • (Schriftliches) Üben relevanter Aufgabentypen für das Abitur
  • Erstellen von Concept Maps • Mitarbeit an Projekten
  • Anlegung von Lernportfolios, Lese- und Lerntagebüchern
  • Recherchen durchführen, Experimente durchführen
  • Vorbereitung von Referaten, u.a. PP-Vortrag oder mit Lernplakat
  • Erstellen von Arbeitsmappen, Praktikumsberichte etc.
  • Absprachen zum Hausaufgabenkonzept in allen Fachkonferenzen können auf den entsprechenden Fachschaftsseiteneingesehen werden.