Hausaufgabenkonzept am Hardtberg-Gymnasium für die Sekundarstufe I

Grundsätzliches

Am Hardtberg-Gymnasium gehören Hausaufgaben grundsätzlich zur schulischen Bildung. Sie dienen dazu, das im Unterricht Gelernte zu vertiefen und zu verfestigen. Außerdem stellen sie einen wichtigen Berührungspunkt zwischen Schule und Elternhaus her. Gute Voraussetzungen sind eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus auch im Hinblick auf eine Abstimmung für gemeinsame Erziehungsziele. So haben wir in unserer Schulvereinbarung festgehalten, dass die Eltern sich verpflichten, ihre Kinder zur sorgfältigen Erledigung der Hausaufgaben anzuhalten. Auch die Schülerinnen und Schüler verpflichten sich, aktiv und kreativ im Unterricht mitzuarbeiten und die Hausaufgaben gewissenhaft zu erledigen.

Das Hausaufgabenkonzept, welches die Schulkonferenz verabschiedet, trifft Rahmenvereinbarungen über den Umfang und die Verteilung von Hausaufgaben, so dass die Schülerinnen und Schüler im außerunterrichtlichen Bereich nicht überlastet sind, aber auch von den Hausaufgaben für ihren Lernzuwachs profitieren. Es kommt weniger auf die Länge der Zeit an, die investiert wird, als auf das effektive Hausaufgabenverhalten in einer gewissen Zeitspanne. Daher werden auch für die einzelnen Fächer Hausaufgabenzeiten formuliert, die sich auf die sog. Haupt- und Nebenfächer verteilen. Dabei werden auch andere außerunterrichtliche Aufgaben wie das Anfertigen von Referaten, Protokollen oder die Vorbereitung auf Klassenarbeiten berücksichtigt.

Das Hausaufgabenkonzept ist in Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Eltern, Schülerinnen und Schülern entstanden. Es sorgt für eine Transparenz im Umgang mit Hausaufgaben sowie für eine Begrenzung der Hausaufgaben-Menge.

Rechtliche Grundlage

RdErl. d. MSW vom 05.05.2015 (BASS 12 – 63 Nr. 3 neu) und SchulG § 42 des Landes NRW.

Zielsetzung von Hausaufgaben

  • Festigung und Vertiefung von Wissen vergangener Unterrichtsstunden
  • Übung zentraler Kompetenzen und Strategien, u.a. auch zur Sprachförderung
  • Training von Selbstständigkeit auch im Umgang mit Arbeitstechniken
  • Erwerb von Organisationsvermögen
  • Vorbereitung von Klassenarbeiten
  • Diagnose des Leistungsvermögens
  • Unterstützung der individuellen Förderung

Anforderungen an Hausaufgaben

  • Ein Bezug zum im Unterricht erarbeiteten Unterrichtsstoff muss vorhanden sein.
  • Der Sinn und Zweck der Hausaufgaben muss für die Schülerinnen und Schüler erkennbar sein.
  • Die Hausaufgaben sollten eindeutig und klar formuliert sein.
  • Die Hausaufgaben müssen ohne fremde Hilfe bearbeitet werden können.
  • Die Hausaufgaben müssen in ihrem Schwierigkeitsgrad und Umfang die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen.
  • Das Alter und der Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler sollte beachtet werden.
  • Der zeitliche Umfang soll die Rahmenvorgaben berücksichtigen.
  • Hausaufgaben dienen nicht der Disziplinierung von Schülerinnen und Schülern.
  • Hausaufgaben dienen nicht der Verlängerung des Fachunterrichts.

Absprachen zum Umfang

  • Die Gesamtbelastung wird berücksichtigt.
  • Die Maximalzeiten sollen eingehalten werden. In 5 bis 7 60 Minuten, in 8 und 9 75 Minuten.
  • Schülerinnen und Schüler müssen an Tagen mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht, an Wochenenden sowie Feiertagen keine Hausaufgaben machen.
  • Mögliche Integration von Hausaufgaben in Ergänzungsstunden
  • Differenzierung nach Leistungsfähigkeit: Hausaufgaben, die binnendifferenziert sind, bieten eine gute Möglichkeit zur individuellen Förderung, Entwicklung einer differenzierenden (Haus-) Aufgaben- und Fehlerkultur

Optimierung des Zeitmanagements

  • Vergleich der Zeitangaben von Lehrkräften und Schülerinnen und Schüler
  • Erfassung der Gesamtzeit für Hausaufgaben am Tag sowie pro Fach und pro Woche nach Bedarf • Absprachen zu Art und Umfang in den Fachkonferenzen
  • Erfassung der Gesamtbelastung durch ggf. Umfragen oder Klassenleitung
  • Mischung von Haupt- und Nebenfächern pro Schultag wünschenswert
  • Doppelstundenangebot
  • Überprüfung, ob einzelne Schülerinnen und Schüler durch Referate oder Schülergruppen durch Vorbereitungen auf Klassenarbeiten und Prüfungen oder durch andere Aufgaben zusätzlich gefordert sind (s. RdErl.)
  • Dokumentation individueller Lernstände und -entwicklungen, z. B. Portfolios können für Rückmeldungen und Lernentwicklungsgespräche genutzt werden

Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler

  • Ein Hausaufgabenheft bzw. der Schulplaner wird mit Sorgfalt geführt.
  • Bei unklarer Aufgabenstellung stellen die Schülerinnen und Schüler Nachfragen.
  • Die Hausaufgaben werden regelmäßig und sorgfältig erledigt.
  • Die Hausaufgaben werden im Unterricht auch anhand von Beispiellösungen kontrolliert.
  • Probleme und Fragen werden im Unterricht besprochen.
  • Fehlerhafte Hausaufgaben werden verbessert.
  • Nicht erbrachte Hausaufgaben werden nachgeholt.

Unterstützende Maßnahmen durch die Lehrkräfte

  • Zu Beginn des Schuljahres werden die Erwartungen an Hausaufgaben formuliert.
  • Nicht in jeder Unterrichtsstunde müssen Hausaufgaben aufgegeben werden!
  • Die Hausaufgaben werden rechtzeitig vor dem Stundenende angekündigt.
  • Die Formulierungen sind klar und transparent und erfolgen in der Regel schriftlich.
  • Der Zeitumfang wird den Schülerinnen und Schülern als Orientierung mitgeteilt.
  • Es erfolgt regelmäßig eine Kontrolle der Hausaufgaben, u.a. durch Beispiellösungen, Partnerarbeit usw.
  • Den Schülerinnen und Schülern wird Gelegenheit zur Klärung von Fragen gegeben.
  • Es werden methodische Hilfen zur Anfertigung von Hausaufgaben gegeben (Vermittlung von Grundregeln, Führung eines Hausaufgabenhefts, Zeitmanagement, Entwickeln von Lernstrategien usw.
  • Es werden Rückmeldungen zur Gestaltung von Hausaufgaben eingeholt.
  • Es wird eine Evaluation zur Hausaufgabenbelastung durchgeführt.
  • Hausaufgaben werden nicht benotet, aber wertgeschätzt.

Unterstützung durch Eltern

  • Mitarbeit bei der Organisation
  • Schaffen guter Rahmenbedingungen einer guten Lernumgebung mit einem ruhigen Arbeitsplatz
  • Eltern zeigen Interesse für die Hausaufgaben und den Lernfortschritt.
  • Eltern helfen bei Fragen, bearbeiten aber die Hausaufgaben nicht.
  • Eltern können methodische Hilfen geben, z.B. bei Nutzung des Dudens.
  • Eltern geben Rückmeldung an die Lehrkräfte bei einer Über- oder Unterforderung. • Die Elternsprechstunden werden genutzt.
  • Eltern haben den zeitlichen Umfang mit im Blick.

Entlastung durch schulorganisatorische Maßnahmen

  • Die Einrichtung von Doppelstunden schaffen Zeiträume zur Sicherung des Gelernten durch Übung, Vertiefung und Wiederholung.
  • Es werden verstärkt kooperative Lernformen und WELL-Methoden durchgeführt.
  • Schülerinnen und Schüler führen Lerntagebücher zur Reflexion des Lernens auch bei der Anfertigung von Hausaufgaben.
  • Im nächsten Schuljahr kann ein Schulplaner als Unterstützung eingesetzt werden.
  • Im Unterricht werden das selbstständige Arbeiten und die Förderung von Lernstrategien gefördert.
  • Vorbereitete Lernumgebungen bieten Hilfestellungen an.
  • Hausaufgaben können auch teilweise in den Unterricht integriert werden.
  • Ergänzungsstunden und Förderstunden werden für das Anfertigen oder auch für eine Besprechung von Hausaufgaben genutzt.
  • In den Lernbüros können auch Hausaufgaben angefertigt werden, Ausstattung der Räumlichkeiten mit entsprechendem Arbeitsmaterial.
  • Nutzung anderer Systeme wie „Schüler helfen Schülern“
  • Einsatz von Reflexionsbögen (s. Anhang)

Absprachen der Fachkonferenzen über Hauaufgaben

  • Reduktion von Hausaufgaben in den Fächern, die keine Kernfächer sind
  • Unverzichtbare HA: Vokabeln lernen, Regeln lernen, Lektüre lesen, vertiefende Übungen zur Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik • Wiederholung von Unterrichtsinhalten im Unterricht
  • Anfertigung von Stundenprotokollen
  • Erstellen von Concept Maps
  • Mitarbeit an Projekten
  • Anfertigung von Lernportfolios, Lese- und Lerntagebüchern
  • Recherchen durchführen, Experimente durchführen
  • Vorbereitung von Referaten, u.a. PP-Vortrag oder mit Lernplakat
  • Erstellen von Arbeitsmappen, Praktikumsberichte etc.
  • Absprachen über den zeitlichen Umfang in allen Fachkonferenzen finden Sie auf den enstprechenden Fachschaftsseiten
  • Jährliche Evaluation des Hausaufgabenkonzeptes, mündliche oder ggf. auch schriftliche Evaluation mit Hilfe der Reflexionsbögen nach Qua-LiS NRW