Geschichte bilingual wird im bilingualen Zweig ab der Klasse 8 unterrichtet.

„Bili“ boomt

Was ist bilingualer Geschichtsunterricht, und warum ist er so erfolgreich?

Bilingualer Geschichtsunterricht ist kein Sprachunterricht, sondern Sachfachunterricht und damit ein innovatives Lernarrangement der ganz besonderen Art. Denn es wird in zwei Sprachen, also bi-lingual, gelernt: in der deutschen Ausgangssprache und in der französischen Zielsprache. In zwei Sprachen zu lernen bedeutet, dass zwei Kulturen und damit zwei Sichtweisen und zwei historische Traditionen in den Blick kommen. In dieser sprachlichen und kulturellen Doppelung liegt der besondere Reiz des bilingualen Unterrichts begründet.

Der bilinguale Sachfachunterricht ist zentraler Bestandteil des deutsch-französischen Zugs am Hardtberg-Gymnasium. Er baut auf dem intensiven Fremdsprachenunterricht und natürlich auf dem Deutschunterricht auf. Die  Aufgabe des deutsch-französischen Geschichtsunterrichts ist die gleiche wie im deutschen Geschichtsunterricht: Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Urteils-, Sach-, Analyse- und Orientierungskompetenz. Die methodischen, didaktischen und inhaltlichen Standards des deutschen Geschichtsunterrichts bleiben also erhalten. Sie erhalten jedoch zusätzliche Zielsetzungen und besondere Akzentuierungen. So wird zum Beispiel besonderer Wert auf für Deutschland und Frankreich wichtige Ereignisse gelegt, wie z.B. die Französische Revolution und die Verbreitung ihrer Errungenschaften, die Reichseinigung 1871 oder die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen in den 20er Jahren. Zugleich werden auch Gegenstände von universalhistorischer Bedeutung, wie z.B. das Epochenjahr 1989 und seine Wahrnehmung beiderseits des Rheins, von unterschiedlichen Blickwinkeln aus betrachtet.

Der „Mehrwert“ des Lernens im bilingualen Sachfachunterricht liegt darin, dass es nicht nur um den sprachlichen Lernzuwachs geht, sondern um eine veränderte Sichtweise und Herangehensweise an kulturell und interkulturell bedeutsame Sachverhalte. Die Europäische Union als vielsprachiges und multikulturelles Gebilde braucht kompetente Sprach- und Kulturmittler, die sich in zwei Sprachen auskennen und Kulturen zu vergleichen gelernt haben. Sie braucht Schülerinnen und Schüler, die erfahren haben, dass Kulturen verschieden, aber gleichwertig sind, und die Vorurteile kritisch hinterfragen. Bilingualer Unterricht bereitet unsere Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die historischen, sprachlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen in einem zusammenwachsenden Europa vor. [1]


[1] Herbert Christ : Zweimal hinschauen – Geschichte bilingual lernen. In: Bredella / Meißner / Nünning u.a.: Wie ist Fremdverstehen lehr und lernbar?. Tübingen 2000. S. 79.
Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Empfehlungen  Geschichte. Bilingualer deutsch-französischer Unterricht. Frechen 1997. S. 7.

Die Fachschaft

Geschichte bilingual wird von Frau Adams, Frau Berenschot, Herrn Dr. Burgmann, Frau Kohler und Frau Ritter unterrichtet.

E-Mail:

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Leistungsmessung und -bewertung

Im bilingualen Sachfachunterricht wird prinzipiell der Inhalt und nicht die sprachliche Korrektheit bewertet. Ansonsten sind die Kriterien zur Leistungsbewertung in Geschichte und Geschichte bilingual die gleichen. Sie finden diese Kriterien in den schulinternen Lehrplänen.

 

Das folgende Methodenpapier unterstützt bei der Vorbereitung der Klausuren in der Sek. II:

Methodenpapier Klausur Geschichte bilingual

 

Pour aller plus loin

Aus der Vielzahl interessanter Links hier eine kleine Auswahl:


Centre national de documentation pédagogique: http://www.cndp.fr/accueil.htm

Deutsch-Französisches Institut in Ludwigsburg: http://www.dfi.de/index.shtml

Deutsch-Französische Materialien: http://www.deuframat.de/

Bundeszentrale für politische Bildung: https://www.bpb.de/

Lebendiges Museum online: https://www.dhm.de/lemo/